Der Josefsaltar, der im Jahr 1716 auf Initiative des Jesuiten Jožef de Giorgi errichtet wurde, zeichnet sich durch seine dynamische Architektur des Hochbarock aus, geprägt von zwei auffälligen salomonischen Säulen in der Komposition. Er ist aus importiertem Marmor gefertigt und wird durch imposante Skulpturen des hl. Dismas und der hl. Barbara bereichert – Werke des Bildhauers Angelo Putti.

Das zentrale Bild des Retabels, das den Tod des hl. Josef darstellt, wurde um 1702 oder 1710 von Franz Karl Remb gemalt. Im oberen Bereich des Altars befindet sich die Inschrift „Ite ad Joseph“ (Geht zu Josef), zusammen mit einem Relief der Vermählung der Jungfrau Maria. Unterhalb des Altars, an der Vorderseite des Altartisches, befindet sich ein zart gearbeitetes Relief des hl. Josef mit dem Jesuskind, das dem Ensemble eine besondere Zärtlichkeit und spirituelle Tiefe verleiht.

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Der Altar des hl. Josef befindet sich in der dritten Kapelle auf der rechten Seite (zweite Kapelle auf der Südseite) vom Hochaltar aus gesehen und entspricht architektonisch dem Schutzengelaltar auf der gegenüberliegenden Seite. Im Jahr 1716 ersetzte er einen älteren Altar, der der hl. Katharina und den heiligen Märtyrern geweiht war. Er wurde durch eine Spende von 1000 Golddukaten ermöglicht, die im Jahr 1709 vom Meister Joseph de Giorgio dem Jesuitenkolleg übergeben wurde. Ursprünglich wollte er zwei Altäre finanzieren, entschied sich jedoch, einen einzigen, majestätischeren Altar zu stiften, der seinem Namenspatron geweiht ist.

Die Architektur ist eindeutig barock, reich an visuellen Reizen und räumlich dynamisch. Der Altar besteht hauptsächlich aus mehrfarbigem und importiertem schwarzem Marmor und enthält weiße Marmorskulpturen, die einen starken Kontrast schaffen. Zwei salomonische Säulen auf geschwungenen Basen dominieren die Komposition und betonen die Tiefe des Altars. Diese Säulen tragen gemeinsam mit Pilastern ein reich verziertes Gebälk und ein Aufsatzgeschoss, das von Voluten eingerahmt ist und von einer Kartusche mit der Inschrift „ITE AD IOSEPH“ (Geht zu Josef) bekrönt wird. Der altarartige Tisch, konvex geformt, ist mit pflanzlichen Volutenmotiven verziert und trägt ein Reliefmedaillon des hl. Josef mit dem Jesuskind.

In der zentralen Nische über dem Altartisch befindet sich das Gemälde „Der Tod des hl. Josef“, das Franz Karl Remb aus Radovljica zugeschrieben wird und etwa zwischen 1702 und 1710 entstanden ist. Zu beiden Seiten des Gemäldes stehen die Statuen des hl. Dismas (links), des „guten Schächers“, und der hl. Barbara (rechts), die beide als Fürsprecher für einen guten Tod gelten. Diese Skulpturen sind mit der Jahreszahl 1716 signiert und wurden vom berühmten venezianischen Bildhauer Angelo de Putti geschaffen. Über dem Hauptgemälde befinden sich zwei Engelsköpfe und zwei Fruchtgirlanden (vegetabile Ornamente), und im Aufsatz ein Relief der Vermählung der Jungfrau Maria, flankiert von knieenden Engeln mit ausgebreiteten Flügeln (teilweise aus Platzgründen verkürzt). Auf dem Altartisch befindet sich zudem ein Gemälde des Heiligsten Herzens Jesu, das Josef Plank im Jahr 1860 malte.

Alle Skulpturen stammen zweifelsfrei von Angelo de Putti, der einen entscheidenden Einfluss auf den barocken Skulpturstil in Krain hatte. Auch wenn die endgültige Ausführung des Altars möglicherweise einem anderen Meister (eventuell Francesco Robba oder Luka Mislej) oblag, ist es sehr wahrscheinlich, dass de Putti eine zentrale Rolle beim Entwurf spielte.

Der hl. Josef, Ehemann Marias und Nährvater Jesu, wurde ab dem späten 17. Jahrhundert zunehmend verehrt – insbesondere durch das Wirken der Jesuiten. Im Jahr 1870 wurde er von Papst Pius IX. zum Schutzpatron der Weltkirche ernannt. Später, im Jahr 1955, führte Papst Pius XII. das Fest „Josef der Arbeiter“ am 1. Mai ein und betonte damit seine Verbindung zur Würde der Arbeit.

Die hl. Barbara (Gedenktag: 4. Dezember), Märtyrin des 3. Jahrhunderts, ist Patronin der Bergleute, Architekten und Sterbenden. Der hl. Dismas (Gedenktag: 25. März), ist als der reuige Schächer bekannt, der mit Jesus gekreuzigt wurde und rief: „Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.“

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