Ferdinand Augustin von Hallerstein (1703–1774)
Schüler des Jesuitenkollegs an der Jakobskirche, 1719–1721

Die Jakobskirche in Ljubljana, erbaut zwischen 1613 und 1615 für das Jesuitenkolleg der Stadt, ist ein wahres Juwel barocker Kunst. Das Innere ist mit außergewöhnlichen steinernen Altären geschmückt, mit Skulpturen von Francesco Robba, den Brüdern Groppelli, Jacopo Contieri und Angelo Putti; der reich verzierten Kapelle des hl. Franz Xaver; sowie der berühmten Goršič-Orgel von 1883.
Im Jahr 1886 wurde das Gewölbe des Kirchenschiffs von Jurij Šubic neu bemalt, und nach dem Erdbeben von 1895 wurde das Äußere von Raimund Jeblinger renoviert.
Heute gilt die Kirche als eines der wichtigsten Kulturdenkmäler Ljubljanas.


Der heilige Ignatius von Loyola (1491–1556) gründete den Jesuitenorden (SJ – Societas Jesu).
Die Gesellschaft Jesu entstand in einer Zeit, als die Kirche durch die von Luther, Calvin und Zwingli angestoßenen Reformbewegungen erschüttert wurde. Während der katholischen Reform gewannen die Jesuiten großen Einfluss an königlichen Höfen und beim Adel. Mit ihrem Schulsystem wurden sie führend im Bildungswesen und waren auch in der Seelsorge durch Predigten, Exerzitien sowie die Gründung von Kongregationen und Bruderschaften erfolgreich. In der Kunst waren sie wichtige Förderer des neuen Barockstils. Sie entwickelten Theateraktivitäten, die im 17. Jahrhundert den Höhepunkt des europäischen Theaters darstellten. Durch ihre Missionstätigkeit erlangten sie auch auf anderen Kontinenten Anerkennung.
1596
Erzherzog Ferdinand gründete ein Jesuitenkolleg in Laibach, als Zweigstelle des Kollegs in Graz.
1597
Im Januar kamen die ersten drei Jesuiten aus Graz nach Laibach. Ihre Ansiedlung wurde zunächst vom Bischof Urban Textor (1543–1558) unterstützt und später durch die Bemühungen von Bischof Janez Tavčar (1580–1597) verwirklicht, der am Jesuitenkolleg in Wien studiert hatte.
Den Jesuiten wurde ein Gelände neben der Jakobskirche für den Bau ihres Kollegs zugewiesen. Das Gelände hatte zuvor das Augustinerkloster (1494–1555) beherbergt und war danach als kaiserliches Spital (1555–1597) genutzt worden. Die alte Jakobskirche wurde teilweise renoviert und die Armenhausgebäude abgerissen. Da mehr Platz benötigt wurde, schenkte der Abt des Zisterzienserklosters in Kostanjevica na Krki ein Klosterhaus neben der Kirche, und Bischof Tavčar kaufte zwei angrenzende Häuser. Die Jesuiten selbst erwarben etwa dreißig meist hölzerne und bereits verlassene Häuser.

Schüler des Jesuitenkollegs an der Jakobskirche, 1719–1721
Schüler des Jesuitenkollegs an der Jakobskirche, 1772–1773
Schüler des Jesuitenkollegs an der Jakobskirche, 1651–1653