
Schüler des Jesuitenkollegs an der Jakobskirche, 1719–1721
Ferdinand Avguštin Hallerstein wurde im August 1703 in Laibach geboren, verbrachte jedoch einen Großteil seiner Jugend in Mengeš. Er war ein angesehener Astronom, Jesuitenmissionar, Wissenschaftler, Mathematiker, Kartograph und Diplomat.
Er besuchte die Volksschule in Mengeš und absolvierte seine Sekundarschulbildung sowie das Philosophiestudium am Jesuitenkolleg bei der Jakobskirche in Laibach.
Im Jahr 1721 trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Er setzte seine Ausbildung in Wien und Graz fort und war zeitweise als Jesuit Lehrer für Grammatik.
Getrieben von seiner Berufung, bat er um eine Entsendung als Missionar nach China. 1739 erreichte Hallerstein Peking, wo er zum Direktor des Kaiserlichen Observatoriums ernannt wurde und bald darauf auch Mitglied des kaiserlichen mathematisch-astronomischen Tribunals wurde.
Der Kaiser drückte öffentlich seine Dankbarkeit gegenüber den chinesischen und jesuitischen Wissenschaftlern aus, weil sie eine Sonnenfinsternis korrekt vorhergesagt hatten – doch keiner der Berechnungen entsprach exakt dem tatsächlichen Verlauf. Nur Hallersteins Berechnung war zutreffend, was den Kaiser so beeindruckte, dass er ihn 1746 zum Direktor des Astronomischen Observatoriums ernannte und ihm im Mandarinsystem den Rang eines hohen Staatsbeamten verlieh: Er wurde Mandarin.
1749 erstellte Hallerstein einen Volkszählungsbericht und eine detaillierte Landkarte Chinas, 1769 war er an der Herausgabe eines umfassenden Landesatlanten beteiligt. 1757 half er bei der Erstellung eines Katalogs mit 3.083 Sternen, und 1768 wurde in Wien sein Werk Astronomische Beobachtungen veröffentlicht, das die Studien der Jesuiten in Peking zusammenfasste.
In seinen Notizbüchern lieferte Hallerstein zudem wertvolle technische Daten. 1761 berechnete er anhand von Steuerregistern präzise die Gesamtbevölkerung Chinas und das jährliche Bevölkerungswachstum, womit er der erste Europäer war, der diese Zahlen veröffentlichte. Auch veröffentlichte er die erste detaillierte Aufstellung der Bevölkerung – was in China für Unbehagen hinsichtlich der Sicherheit sorgte.
Er korrespondierte mit zahlreichen Wissenschaftlern seiner Zeit sowie mit Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften von Sankt Petersburg, die ihn zum externen Mitglied ernannte. Er pflegte zudem Beziehungen zur Royal Society in London und zur Académie des Sciences in Paris.
Ferdinand Avguštin Hallerstein starb am 29. Oktober 1774 und wurde auf dem Jesuitenfriedhof in Peking beigesetzt. Auf seiner Grabplatte stehen sein Name in Latein und Chinesisch: Ferdinandus Augustus Hallerstein und Liu Songling.
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