
Schüler des Jesuitenkollegs an der Jakobskirche, 1767–1773
Hochgeehrte und mächtige Herren!
Die größte Belohnung für meine bisherige mathematische Arbeit ist es, dass ich die Erlaubnis erhalten habe, öffentlich bekannt zu geben, dass ich zum Fachlehrer für höhere Bildung am Lyzeum in Laibach ernannt wurde.
Ich kenne nur Worte des Dankes für die edle Großzügigkeit Eurer Exzellenz, die mit Weisheit und Ausgewogenheit den Wert von Bildung und Wissenschaft erkennt – und diesen mit Ehre und Würde vermittelt.In diese Institution einzutreten, kommt dem Eintritt in einen geistlichen Orden gleich – es bedeutet, sich mit Leib und Seele zu verpflichten.
Dies ist der Weg zur reinsten Liebe zum Wissen und zur Entfaltung unseres Volkes.Von Eurer Exzellenz der untertänigste Diener,
Jurij, Freiherr Vega
Widmung an die Landstände von Krain, 23. August 1800
Jurij Vega wurde am 23. März 1754 in Zagorica bei Dolsko in eine bescheidene Bauernfamilie geboren. Er war der Sohn von Jernej und Helena Vega.
Im Jahr 1767, im Alter von 13 Jahren, begann er seine Mittelschulausbildung am Jesuitenkolleg bei der Jakobskirche, eine sechsjährige Schulzeit. Zu jener Zeit begannen die Jesuiten, in den beiden letzten Jahren der humanistischen Ausbildung vermehrt Wert auf mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer zu legen. Neben Mathematik und Naturwissenschaften studierte er Latein, Griechisch, Religion, Deutsch, Geschichte und Geografie.
Die Schule zählte damals über 500 Schüler, und es wurde kein Schulgeld erhoben. Zu seinen Klassenkameraden zählte unter anderem der Schriftsteller und Historiker Anton Tomaž Linhart.
Nach dem Abschluss des Kollegs studierte Vega von 1774 bis 1775 Philosophie und Mathematik und schloss mit Auszeichnung ab. Von 1775 bis 1780 unterrichtete er Logik und Rhetorik am Adelskolleg St. Sava in Laibach, wo er unter anderem mit Gabriel Gruber und Golovec zusammenarbeitete.
Am 7. April 1780 trat er als Artillerieoffizier in die kaiserliche Armee in Wien ein. Während seiner Militärzeit verfasste er sein didaktisches Hauptwerk, die vierbändige Reihe Vorlesungen über die Mathematik. Am 20. August 1789 stellte er einen damaligen Weltrekord auf, indem er die Zahl π mit 140 Dezimalstellen berechnete. Dieser Rekord hielt 52 Jahre lang (bis 1841), und seine Rechenmethoden werden noch heute erwähnt.
Bereits 1781 schlug Vega die Einführung des metrischen Systems in der Habsburgermonarchie vor. Obwohl seine Idee damals nicht angenommen wurde, wurde das System schließlich 1871 unter Kaiser Franz Joseph I. eingeführt.
Im Jahr 1794 erschien in Leipzig sein bedeutendstes Werk: das Logarithmentafelwerk Thesaurus Logarithmorum Completus (Schatz aller Logarithmen).
Am 22. August 1800 wurde Vega in Anerkennung seiner militärischen Verdienste in den erblichen Adelsstand erhoben, erhielt das Recht auf ein eigenes Wappen und den Rang eines Oberstleutnants.
Er starb 1802 in Wien; seine Leiche wurde in der Donau gefunden.
Hinweis:
Seit dem 9. Mai 2001 trägt der Asteroid des Hauptgürtels Nr. 14966 zu Ehren von Jurij Vega den Namen Jurijvega. Er wurde am 30. Juli 1997 von Herman Mikuž am Observatorium Črni Vrh entdeckt.
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